Matthias Reuter

„Strukturwandel im Ruhrgebiet – das ist, wenn man aus Zechen und Fabriken alles, was irgendwie mit Arbeit zu tun hat, rausräumt und die entstehenden Freiräume mit Komikern auffüllt.“
So hat auch der Oberhausener Kabarettist Matthias Reuter einen Job gefunden, der zu ihm passt. Wie man diesen Arbeitsplatz aber nun genau benennen soll – darüber gibt es die unterschiedlichsten Auffassungen: Kabarettist, Geschichtenerzähler am Klavier, Ruhrgebiets-Chansonier, Slam-Poet, Komiker oder Sprachkünstler sind ein paar der Bezeichnungen, die Journalisten verwenden.
Eine Ärztin nannte es anlässlich einer Augenentzündung einmal so: „Wenn Sie einen Beruf hätten, dann würde ich Sie jetzt krankschreiben.“

Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo in der Mitte.

Mit seinen Kabarettprogrammen unterhält Reuter die Menschen deutschlandweit – aktuell mit seinem neunten Programm „Ich bin noch gut“ und dem Musikkabarett-Best-Of „Unfugskarton“. Zur Weihnachtszeit tauscht er in seinem Programm „Glühwein Spezial“ den Tannenbaum um und lässt den Weihnachtsmann Flamenco tanzen. Und wo immer sich die Gelegenheit dazu bietet, liest er aus seinen Kurzgeschichtenbüchern „Schrecken des Alltags“ (WortArt-Verlag Köln), „Mäh!“ und „Rentnerfischen im Hallenbad“ (beide Satyr-Verlag Berlin). Seine Kurzgeschichten- und Bügellyriksammlung „Wenne Dir nicht sofort ein Eis kaufst, dann krisse keine Pommes!“ (Satyr-Verlag Berlin) erscheint 2026.

Reuter hat er mehr als zehn Kabarettpreise gewonnen, so z.B. im Jahr 2011 den Jurypreis des Wettbewerbs Tegtmeiers Erben, im Jahr 2018 den Publikumspreis des Hessischen Kabarettpreises, 2019 den Jury- und Publikumspreis des Dresdner Satirepreises und 2024 den zweiten Preis des Fränkischen Kabarettpreises. Zusätzlich ist er Gastgeber einer Reihe von eigenen Shows – immer nach dem Motto „Da, wo bei Ihnen sonst der Fernseher steht, steh heute eben mal ich.“ Die Zahl der Menschen, die diese Alternative wahrnehmen, steigt.
Ob das am Fernsehprogramm oder an ihm liegt, kann Matthias Reuter nicht sagen. Aber er freut sich darüber.